Rezension: Chase Novak – Breed

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„Wenn Eltern zu Monstern werden – in Manhattan wird der Traum vom Baby zum Alptraum.“
„Der beste Horror-Roman seit Peter Straubs „Geisterstunde“. Erschreckend und bitterböse – ein Alptraum.“ Stephen King
 „Vergessen die Vampire und Zombies. Chase Novak stellt die dunklen Helden vor: Mom und Dad. Das ist bester Horror.“ USA TODAY

breedAll diese Zitate stammen vom Schutzumschlag des Romas „Breed“, der im Hardcover im März 2013 bei Hoffmann und Campe erschienen ist. In Kombination mit der Umschlaggestaltung – ein blutroter Schwangerenbauch auf schwarzem Hintergrund – machen diese Zitate ungemein neugierig auf den sogenannten Thriller. Man denkt sofort an den Horrorklassiker „Rosemary`s Baby“. Auch der Klappentext weckt das Interesse  vieler Leser sofort, nimmt sich der Autor doch einem recht brisanten und aktuellen Thema an: dem unerfüllten Kinderwunsch und den Wundern der Wissenschaft:
Alex und Leslie Twisden, ein junges erfolgreiches New Yorker Paar, wünschen sich ein Kind. Auf natürlichem Weg klappt es aber nie. So schöpfen die beiden alle Möglichkeiten aus. Geld spielt dabei keine Rolle. Doch Leslie wird nicht schwanger. Über einen Arbeitskollegen erfährt Alex, dass es im slowenischen Ljubljana einen Arzt geben soll, der bisher jeden Kinderwunsch erfüllen konnte.  Voller Hoffnung wenden sich Alex und Leslie an Dr. Kis, auch wenn sie von ihm und seiner Praxis zunächst sehr abgeschreckt sind. Doch der Kinderwunsch ist stärker als das ungute Gefühl, das die beiden bei der Begegnung mit dem ominösen Arzt beschleicht. Die geheimnisvollen Injektionen bewirken tatsächlich eine Schwangerschaft. Doch Leslie und Alex beobachten noch andere Veränderungen an ihren Körpern und vor allem in ihrem Wesen…

Ich hatte zu Beginn der Lektüre sehr hohe Erwartungen und versprach mir einen sehr gruseligen und spannenden Pageturner. In dieser Hinsicht wurde ich sehr enttäuscht. Der erste Teil ist noch sehr spannend, da man unglaublich gespannt darauf ist zu erfahren, wie der ominöse Arzt dem jungen Paar zu seinem Kinderglück verhelfen wird und welche Nebenwirkungen in Kauf genommen werden müssen. Die Beschreibung von Dr. Kis und seiner Praxis haben mir auch sehr gut gefallen, haben sie doch einen leicht surrealistischen Touch. Auch Novaks Schreibstil begeisterte mich zu Beginn meiner Lektüre. Er schreibt mit bitterbösem Humor, seine Klammerschreibweise am Anfang erinnert an Stephen Kings frühe Werke. Der sarkastische Ton des Romans gefiel mir richtig gut. Doch leider konnte Novak für mich die Spannung nicht beibehalten. Mir gelang es nicht, für eine der Protagonisten Empathie aufzubauen. Es war fast unmöglich, sich in eine der Figuren hinein zu denken. Eine Ausnahme könnte Adams Lehrer darstellen. Auch die Kinder bleiben in ihrer Ausgestaltung sehr blass. Sie lernen im Lauf der Handlung andere Kinder kennen, die ihr Schicksal zu teilen scheinen. Leider bleiben in diesem Zusammenhang viele Fragen offen, da Novak hier Dinge anreißt, aber nicht bis zum Ende fertig ausarbeitet.
Während der gesamten Lektüre fehlte mir der Gruselfaktor. Mich hat jeder andere Thriller, den ich bisher gelesen habe, mehr in Atem gehalten als BREED, der als Thriller beworben wird. Ich bin der Meinung, dass es sich bei Breed um einen gesellschaftskritischen, bitterbösen Roman handelt, der die Frage nach den ethischen Grenzen unserer modernen Wissenschaft aufwirft. Betrachtet man das Buch aus diesem Blickwinkel, kann man ihm sicher mehr abgewinnen. Meiner Meinung nach sollte man aber nicht mit der Erwartung an die Lektüre gehen, einen Thriller oder gar Horrorroman in den Händen zu halten.

Zum Autor:
Chase Novak ist das Pseudonym des amerikanischen Gegenwartautors und Journalisten Scott Spencer, der 1945 in Washington D.C. geboren wurde. Er schreibt für den NEW YORKER und die NY Times. Breed ist das erste unter Pseudonym veröffentlichte Buch. Für zwei seiner sehr erfolgreichen Romane wurde Spencer für den National Book Award nominiert (u.a. für Während des Sturms).

Chase Novak

Breed

gebunden, 352 Seiten

Hoffmann und Campe 2013

Euro 19,99 (D)

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